Zum Fliegen braucht man Flügel!

Disclaimer:
Ich kenne keine der in der Geschichte vorkommenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Jegliche Handlungen entspringen meiner Fantasie und ich möchte niemandem damit zu nahe treten. Jeder gehört nur sich selbst. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Allerdings erhebe ich Anspruch auf die Urheberrechte der von mir geschaffenen Charaktere und Handlungsabläufe.

 

Hibbelig stand Mario am Auslauf der Schanze von Bischofshofen. Das österreichische Team hatte sein Training bereits beendet. Doch sein Interesse galt auch eher den Springern die jetzt auf der Schanze waren, nämlich die aus Norwegen. Er konnte es sich wirklich nicht erklären, aber er vermisste Björn. Dabei hatte er ihn nur ein paar Stunden nicht gesehen. Frustriert schüttelte er den Kopf und strich sich durch die Haare. Wie war es nur möglich, dass Björn sein Leben in so kurzer Zeit so verändern konnte?

Angespannt versuchte Mario schließlich zu erkennen welcher Springer es war der sich gerade auf den Balken gesetzt hatte. Doch alles was er erkannte war ein silber – rot glänzender Helm und ein schwarzer Anzug. Bevor er jedoch den Sprung beobachten konnte trat ein dunkel gekleideter Mann zu ihm und erklärte ihm in schnellem norwegisch etwas. In diesem Moment zuckte Mario nur hilflos mit den Schultern, denn er musste zugeben, dass er nicht so gut norwegisch sprach, dass er verstanden hätte was der Mann von ihm wollte. Dieser seufzte schließlich und verdrehte die Augen.

„Du sollst verschwinden Kleiner! Hier ist kein Zutritt für Schaulustige! Komm nachher zum offiziellen Training. Da kannst du dir auch ein Autogramm hohlen!“, motzte der Mann.

Kurz darauf hatte er Mario am Arm genommen und ihn vom Auslauf weggezogen. In diesem Moment war er viel zu überrascht um zu reagieren.

„Lass ihn los Jermund!“

Überrascht fuhren die beiden herum als sie plötzlich eine amüsierte Stimme hinter sich hörten. Schließlich erkannte Mario Roar im Auslauf, die Ski hatte er bereits abgenommen und hielt sie in der Hand.

„Roar!“, der Unglaube war der Stimme des Mannes deutlich anzuhören.

Doch das schien ihn überhaupt nicht zu stören. Langsam verließ er den Bereich der Schanze, trat zu den beiden und nahm die Hand von Marios Arm.

„Darf ich vorstellen? Jermund Lunder das ist Mario Innauer, ein Kollege.“

In diesem Moment musste Mario all seinen Willen aufbieten um nicht zu lachen. Denn der Mann neben ihm wurde rot im Gesicht und starrte ihn peinlich berührt an.

„Mario das ist Jermund Lunder, unser Co – Trainer.“

Fast schon schüchtern reichte Jermund ihm in diesem Moment die Hand.

„Tut mir Leid, ich hab sie wirklich nicht erkannt.“

Doch Mario schüttelte nur den Kopf.

„Ist kein Problem.“

Kurz darauf war der Co – Trainer wieder davon gegangen. Grinsend sah Roar ihm nach.

„Gratuliere! Ich kenne ihn jetzt seit mehreren Jahren und ich hab noch nie gesehen, dass er unsicher oder so was geworden ist. Da hast du etwas geschafft, dass wir alle nicht hinbekommen haben.“, meinte er dann zu Mario. „Aber ich nehme an, dass du Björn suchst, oder?“

„Ja!“, antwortete Mario leise und spürte wie ihm die Röte ins Gesicht stieg.

„Den wirst du hier nicht finden.“, murmelte Roar.

Perplex sah Mario ihn für einige Sekunden an.

„Warum?“

„Björn ist beim Trainingssprung gestürzt und jetzt erstmal wieder ins Hotel zurück. Mika will einfach nicht riskieren, dass er nicht springen könnte.“

„Was?“, erschüttert starrte Mario für ein paar Sekunden auf die Schanze.

„Fahr zu ihm! Ich glaub er könnte jetzt jemand gebrauchen der ihn ein bisschen aufmuntert und ich kann hier nicht weg.“, lächelte Roar.

„Roar kommst du?“, rief plötzlich einer der anderen Springer.

„Ich komme Anders!“, erwiderte er. „Also ich muss dann weiter!“

Somit ging Roar wieder zu den anderen aus seiner Mannschaft um weiter zu trainieren. Immer noch fassungslos wand sich Mario ab und machte sich so schnell er konnte auf den Weg zu Björn. Eine halbe Stunde später stand er auch endlich vor dessen Zimmer. Es war zwar kompliziert gewesen die Empfangsdame davon zu überzeugen ihm seine Zimmernummer zu nennen. Doch nach einer längeren Diskussion hatte sie ihm die Nummer doch genannt. Für einen Moment versuchte er dann noch sein heftig schlagendes Herz unter Kontrolle zu bekommen, aber es gelang ihm nicht völlig. Leicht klopfte er schließlich gegen das helle Holz der Türe.

„Herein!“

Kurz zögerte Mario denn auch durch die geschlossene Türe hörte er wie angeschlagen Björn klang.

„… Er könnte jetzt jemanden gebrauchen der ihn ein bisschen aufmuntert…“

Als ihm dieser Satz von Roar wieder in die Gedanken kam wusste Mario auch was er zu tun hatte. Langsam öffnete er die Türe und betrat das Zimmer. Doch es erschreckte ihn was er sah. Björn lag auf dem großen Hotelbett, um seinen  Knöchel ein dickes Kühlpad, genauso wie an der linken Hand und zudem hatte er auch noch einen blutigen Kratzer unter dem Kinn.

„Mario!“, lächelte Björn jedoch nur als er ihn sah.

Und er musste auch wirklich zugeben, dass sich seine Laune jetzt wirklich besserte. Umständlich versuchte er sich vom Bett aufzurichten. Doch Mario drückte ihn nur vorsichtig wieder in die Kissen zurück.

„Bleib liegen!“

„Hey! Ich bin nicht schwer verletzt! Da hab ich schon schlimmeres erlebt!“, grinste er.

„Du hast mir aber trotzdem einen Schrecken eingejagt!“, gestand Mario.

„Tut mir Leid! Aber wer hat dir eigentlich von meinem Sturz erzählt?“, fragte Björn daraufhin.

„Roar! Ich war an der Schanze, weil ich wusste, dass eure Mannschaft Training hat. Und da ich… Da ich dich…“, nervös leckte sich Mario über die Lippen, dann räusperte er sich. „Auf jeden Fall hab ich dort die Bekanntschaft eures wirklich freundlichen Co – Trainers gemacht und danach kurz mit Roar gesprochen. Er hat mir dann gesagt, dass du gestürzt bist.“

„Kommt vor.“, murmelte Björn.

„Was hast du jetzt eigentlich?“, fragte Mario aus wirklicher Besorgnis heraus.

„Ich hab mir den Knöchel geprellt und das Handgelenk verstaucht, der Kratzer stammt vom Verschluss des Helms. Aber setz dich doch!“

Daraufhin wurde Mario rot setzte sich jedoch auf einen der rot bezogenen Sessel.

„Springst du dann morgen überhaupt mit?“

Auf diese Frage hin zuckte Björn nur mit den Schultern.

„Wird sich wohl erst morgen entscheiden. Je nachdem wie ich mich fühle werd ich einen Probesprung machen und dann sehen.“, für einen kurzen Moment schwieg er. „Und wie geht’s dir? Bereit für ein weiteres Springen?“

„Ich bin nervös!“, murmelte Mario.

„Warum?“

„Erwartungshaltung der anderen?“

„Wenn jemand etwas wegen deinem Vater sagt hätte ich die passende Antwort.“, grinste Björn.

„Und was?“, fragte Mario perplex nach.

„Ich bin Mario Innauer und nicht Anton Innauer!“, lachte er.

„Arsch!“, grummelte Mario und warf das Kissen auf dem Sessel nach Björn.

Dieser fing es jedoch mit einer eleganten Handbewegung auf legte es neben sich.

„Na na! Nicht so gewalttätig! Schließlich bin ich verletzt!“

„Vorhin hast du noch behauptet, dass es dir gut geht!“, lachte Mario daraufhin.

„Mein Zustand kann sich innerhalb von Minuten verschlechtern, wenn ich so gemeinen Übergriffen ausgesetzt bin.“

„Diva!“, erklärte Mario nur.

Als Antwort warf dieses Mal Björn ihm das Kissen an den Kopf.

„Und wer ist jetzt gewalttätig?“

„Tz!“

„Das es irgendjemanden gibt der dich als ‚Ice Man’ sieht kann ich nicht verstehen.“, murmelte Mario und schüttelte den Kopf.

„Warum?“, fragte Björn nach.

„Weil ich noch nie jemanden getroffen habe der so positiv emotional ist. Und der soviel lacht wie du.“

Deutlich rot im Gesicht starrte Björn auf die Bettdecke vor sich.

„Hast du schon gefrühstückt?“, fragte er dann um das Thema zu wechseln.

„Nein, bisher nicht. Wir waren direkt nach unserer Ankunft auf der Schanze und danach bin ich hier her gekommen.“

„Gut! Ich würde nämlich gerne etwas essen. Und da ich nicht richtig laufen kann könntest du so freundlich sein und mich unterstützen.“

„Du könntest auch einfach den Zimmerservice rufen. Dann müsstest du nicht einmal aufstehen.“, erwiderte Mario und grinste triumphierend.

„Also gute Ideen hast du ja!“, lächelte Björn. „Was willst du essen?“

Nachdem sie sich abgesprochen hatten was sie frühstücken wollten griff Björn nach dem Telefon, Mario beobachtete ihn dabei. Mit einem Lächeln sah er dann wie ihm mehrere seiner hellen blonden Strähnen immer wieder in die Augen fielen. Grün, leuchtend grün. Stellte er fest. Und zudem hatten diese Augen etwas Wunderschönes an sich, denn sie schienen von innen heraus zu leuchten…

29.11.08 18:18

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