Zum Fliegen braucht man Flügel!

Disclaimer:
Ich kenne keine der in der Geschichte vorkommenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Jegliche Handlungen entspringen meiner Fantasie und ich möchte niemandem damit zu nahe treten. Jeder gehört nur sich selbst. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Allerdings erhebe ich Anspruch auf die Urheberrechte der von mir geschaffenen Charaktere und Handlungsabläufe.

 

„Bin ich satt!“, murmelte Mario nur und lehnte sich gegen das Kopfteil des Bettes.

Auf diesem saß er in der Zwischenzeit, neben Björn. Sie hatten gemeinsam gefrühstückt und dabei wirklich viel Spaß gehabt.

„Also du musst dir darum sicher keine Sorgen machen! So dünn wie du bist kannst du ein paar Kilo mehr gut gebrauchen.“

Mario wurde daraufhin verlegen, sehr schnell versuchte er dann wieder gelassener zu werden.

„Wie du bei dieser Küche so schlank bleiben konntest werde ich wohl auch nicht verstehen!“, grinste er und stupste Björn mit dem Finger gegen den Bauch.

Denn sie hatten ‚norwegisch’ gefrühstückt, wie Björn es nannte. Doch es meinte einfach nur, dass es sehr reichhaltig gewesen war.

„Gute Gene?“, meinte Björn trocken.

Für den Bruchteil einer Sekunde bemühte sich Mario ernst zu bleiben, aber es gelang ihm nicht. Schließlich brach er in schallendes Lachen aus.

„Tz!“, grinsend verschränkte Björn die Arme vor der Brust.

Er stöhnte jedoch kurz auf als er dabei sein Handgelenk abwinkelte. Sofort war Mario daraufhin wieder ernst geworden. Besorgt suchte er den Augenkontakt zu Björn.

„Geht’s?“

„Muss ja!“, erwiderte Björn durch zusammengepresste Zähne.

Dabei starrte er finster auf sein Handgelenk. Es war zwar nicht geschwollen jedoch deutlich rot geworden.

„Was hast du?“, wollte Mario leise wissen.

„Ich versteh nicht wie ich so dumm sein konnte! Es war ein Trainingssprung, ein einfacher Trainingssprung Mario! Dabei springe ich seit meiner Kindheit und hab diese Art Sprünge schon mehrere hundert Mal absolviert. Aber jetzt, wenn es um wirklich etwas geht, dann versage ich und stürze.“

Bevor er sich selbst darüber klar wurde was er tat hatte Mario Björns unverletzte Hand in seine genommen und drückte sie sanft.

„Niemand ist unfehlbar Björn. Auch der Weltrekordhalter im Skifliegen nicht.“

Auf diese Anspielung hin lächelte er sogar ein wenig.

„Es ärgert mich aber trotzdem.“, antwortete Björn leise.

Sein Blick ruhte dabei immer noch auf ihren Händen. Eigentlich wusste er, dass es ein Spiel mit dem Feuer war und sein Verstand sagte ihm auch deutlich, dass er diese Nähe so schnell wie möglich unterbinden sollte. Doch er konnte sich einfach nicht dazu bringen Marios Hand wieder loszulassen. Denn die leichte Wärme und vor allem die Nähe zu ihm war seltsam schön. Auch wenn er es nicht verstehen konnte, schließlich kannten sie sich erst seit kurzem. Seine Gedanken wurden jedoch unterbrochen als es an der Türe klopfte.

„Ich geh schon!“, meinte Mario nur und stand auf.

Dabei lies er auch Björns Hand los. Erschreckt stellte dieser für sich selbst fest, dass ihm sofort der Kontakt zu Mario fehlte. Mühsam rieb er sich mit einer Hand über die Augen. Er konnte, nein er durfte sich nicht in Mario verlieben! Schließlich war dieser neun Jahre jünger als er selbst, noch nicht volljährig, hatte wohl ein äußerst problembeladenes Umfeld und war zudem ein gegnerischer Springer! Gerade der letzte Punkt war auch der schwerwiegendste für ihn. Denn, wenn er ihm nahe kommen würde, würde er nie wieder den Biss haben gegen ihn zu springen und dabei um jeden Zentimeter zu kämpfen. Und nach allem was mit Maksim damals passiert war hatte er auch fast schon Angst davor sich neu zu verlieben. Nie wieder wollte er diesen Schmerz spüren müssen. Schließlich formte sich ein Gedanke in seinem Kopf. Mario war einfach zur richtigen Zeit an seiner Seite. Gerade, wenn er es nötig gehabt hatte war er eben da und half ihm. Ja, so war es wohl. Es war Schwärmerei. Simpel. Er würde abwarten bis diese Gefühle wieder verschwanden und sein Leben dann weiterleben. Genauso wie vorher auch. Doch die zweite Stimme in seinem Kopf lies sich nicht komplett ausblenden.

‚Lügner!’, flüsterte sie immer wieder.

Und Björn war mit einem Mal klar, dass er sich selbst etwas vormachte, wenn er sich einredete, dass seine Gefühle für Mario nur oberflächlich waren. Ja, verdammt! Er war dabei sich in diesen fröhlichen jungen Mann der sein Leben irgendwie strahlender machte zu verlieben…

 

Leise seufzte Mario als er zur Türe ging. Er konnte nicht mehr klar denken. Immer wenn er in Björns Nähe war schienen alle logischen Gedanken seinen Kopf zu verlassen. Kurz schüttelte er den Kopf bevor er schließlich die Türe öffnete. Überrascht sah er in ein genauso fragendes Gesicht, dunkle Augen musterten ihn. Und Mario musste zugeben, dass er genau erkannt hatte wer vor ihm stand. Anders Bardal, er war wochenlang in den Medien gewesen, weil er den Trainer der norwegischen Mannschaft kritisiert hatte.

„Eigentlich wollte ich zu Björn! Das ist doch sein Zimmer, oder nicht?“

„Ja, klar ist es das.“

Somit öffnete er die Türe ein Stück weiter und lies den anderen herein. Genau erkannte er wie Anders verwirrt den Kopf schüttelte als er an ihm vorbei ging. Erst als er Björn auf dem Bett sitzen sah wich der angespannte Ausdruck wieder und er lächelte scheu.

„Wenn ich gewusst hätte, dass du Besuch hast wäre ich später her gekommen!“, meinte er.

Doch Mario jagten diese wenigen Worte einen Schauer über den Rücken. Er konnte nicht sagen warum das so war, aber der Tonfall in Anders Stimme lies seine Worte unheimlich erscheinen. Scheinbar hatte Björn das jedoch auch bemerkt, denn seine grünen Augen wurden dunkel und er fixierte Anders mit einem harten Blick den Mario bisher nie bei ihm gesehen hatte.

„Anders!“, grollte er warnend.

Dieser zuckte nur mit den Schultern und verdrehte die Augen.

„Was?“, fragte er genervt zurück.

Björn hielt weiterhin den Augenkontakt zu ihm aufrecht. Kurz darauf hatte er ihm etwas auf Norwegisch zugerufen das Mario nicht verstanden hatte. Doch er erkannte soviel damit ihm klar war, dass es nichts Nettes gewesen war. Schließlich räusperte er sich und sah wieder zu Mario, diesem schenkte er ein scheues Lächeln.

„Also dann möchte ich kurz vorstellen. Mario das ist Anders Bardal. Anders das ist Mario, ein Springer aus dem Team Österreich.“

„Wie tief sinken kannst du eigentlich noch Romoeren?“, fragte er daraufhin fast schon angeekelt. „Eigentlich sollte ich dir nur ausrichten, dass Mika dich sprechen will. Wohl wegen morgen.“

Kurz darauf bedachte er Björn mit einem finsteren Blick und ging wieder davon. Sprachlos sah Mario ihm hinterher, Björn selbst seufzte nur schwer.

„Was sollte das gerade?“, fragte Mario schließlich leise.

Erst seine Frage schien Björn aufzuschrecken, er registrierte wohl nun wieder, dass Mario noch im Raum war.

„Das?“, murmelte er. „Das war Anders Bardal mit einem filmreifen Auftritt.“, grollte er.

Mit einem leisen Seufzten lies er sich dann wieder in die Kissen fallen.

„Es tut mir Leid, dass du das miterleben musstest.“

„Warum verachtet er dich?“

Damit, dass dieses Thema so schnell aufkommen würde hatte er nicht gerechnet, das musste Björn wirklich zugeben. Aber genauso war ihm klar, dass er Mario die Wahrheit sagen musste, wenn er jemals die Chance auf eine Freundschaft mit ihm haben wollte.

„Anders ist der beste Freund von Maksim.“

Verwirrt sah Mario Björn an.

„Wer ist Maksim?“, wollte er dann leise wissen.

„Mein Ex – Freund.“

„Oh!“, meinte Mario nur. Erst ein paar Sekunden später wurde ihm klar was Björn gerade alles gestanden hatte. „OH!“

„Wenn du jetzt gehen willst würde ich das verstehen.“

Überrascht von Björns Aussage sah Mario ihn für ein paar Sekunden nur an. Dann verstand er jedoch, dass dieser fürchtete, dass er sich nun von ihm abwenden würde. Daraufhin schlich sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen. Schließlich setzte er sich wieder zu Björn auf das Bett.

„Wenn du willst, dass ich gehe werde ich gehen.“, antwortete er leise.

Für ein paar Sekunden schien Björn erst verarbeiten zu müssen was Mario gesagt hatte. Kurz darauf sah er auf, direkt in warme dunkle Augen.

„Bleib!“, flüsterte er schließlich.

Als Mario daraufhin nur nickte breitete sich ein strahlendes Lächeln auf Björns Zügen aus. Dann zog er ihn einfach an sich und drückte ihn fest. Wenig später spürte er wie Mario seine Arme um ihn legte und die Umarmung komplettierte. Und für diese wenigen Momente gab es niemanden der glücklicher war als Björn…

29.11.08 18:23

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen